Geldkunde

Überschuldungsprävention bei Jugendlichen als Bildungsaufgabe

Geldkunde - Überschuldungsprävention bei Jugendlichen

Erfahrungen aus der Arbeit mit Überschuldeten zeigen, dass "Schuldnerkarrieren" auch aus Unwissenheit im Umgang mit den eigenen Finanzen resultieren.
Junge Menschen müssen heutzutage früh mit einem finanziellen Alltag umgehen, auf den sie zumeist nicht ausreichend gut vorbereitet sind.

Dabei geht es nicht allein um den Umgang mit Geld, sondern in einem umfassenden Sinn um die Kompetenz zur Gewinnung und nachhaltigen Nutzung finanzieller Mittel und Finanz- dienstleistungen. Dies schließt die Abwägung von Bedürfnissen, das Entdecken von Alternativen, die Fähigkeit Risiken zu bewerten und auch eine langfristige finanzielle
Planung mit ein.

Berliner Schuldnerberater setzen sich seit Jahren dafür ein, Grundlagenwissen zur Finanzkompetenz in den Schulunterricht zu integrieren. Seit August 2008 finanziert die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz das Projekt
"Geldkunde" – Präventive Schuldnerberatung für Jugendliche – des Diakonischen Werkes Steglitz und Teltow-Zehlendorf e.V..

Die "Geldkunde" umfasst vier Lehr-Lerneinheiten für die Sekundarstufe I, vorrangig die Klassenstufen 9 und 10. Das Material ist medial aufgearbeitet und stellt neben den Unterrichtspräsentationen eingearbeitete Spiele, Trickfilme und einen Lehrfilm zur Verfügung. Ziel ist es, die feste Einbindung der "Geldkunde" in den Berliner Schulunterricht zu erreichen.

 

Wirksamkeitsnachweis

Über Vergleichsgruppentests konnte die Wirksamkeit der Materialien zur Kompetenzsteigerung bei den Teilnehmern bereits nachgewiesen werden.

Studien der Universität Bonn, Haushalts- und Konsumökonomik:
neues Fenster  Evaluationsbericht (Januar 2010, PDF)
neues Fenster  Wirksamkeitsnachweis (Januar 2011, PDF)

Wirksamkeitsnachweis zum Projekt Geldkunde 2010, Auszug aus der Studie (Seite 7):
"…Im Ergebnis zeigt sich – für alle vier Schulen – eindeutig, dass die Schülerinnen und Schüler mit vorheriger Geldkunde einen erheblichen Kompetenzvorsprung vor den Schülerinnen und Schülern ohne vorherige Geldkunde haben (vgl. Tab. 1a,b bis 4a,b im Anhang): Die Schülerinnen und Schüler mit vorheriger Geldkunde können insgesamt mehr Fragen beantworten, sie geben mehr richtige Antworten und weniger falsche Antworten als die Schülerinnen und Schüler ohne vorherige Geldkunde. Überschlägig betrachtet kann in näherungsweiser Quantifizierung gesagt werden, dass die Schülerinnen und Schüler mit vorheriger Geldkunde den Test doppelt so gut bearbeitet haben wie die Schülerinnen und Schüler ohne vorherige Geldkunde.…"


 

 

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